Werner Büttner

Hans Platschek Preisträger für Kunst und Schrift 2011


Werner Büttner, 1934 in Jena, Thüringen, geboren
und 1961 mit den Eltern nach München übersiedelt,
ging 1968 nach Berlin und studierte dort von 1973 bis
1977 an der Freien Universität Rechtswissenschaften.
Nach dem Studium arbeitete er als Sozialhelfer
in der Justizvollzugsanstalt Tegel. Zusammen mit
Albert Oehlen war er Mitbegründer mehrerer Organisa-
tionen, darunter die „Liga zur Bekämpfung des
Widersprüchlichen Verhaltens“ (1976) mit ihrem
Zentralorgan „Dum Dum“, das erstmals 1977 erschien.
1978 entstand in Hamburg, wieder in Zusammenarbeit
mit Albert Oehlen, das Wandbild „(Eines Tages
werden wir ihnen die Fenster zunageln dann kommt)
’Das Licht von der anderen Seite’“. Mit Albert Oehlen
und Georg Herold gründete er die Einrichtung einer
Samenbank für DDR-Flüchtlinge.
In den 1980ern zählte er, ebenso wie Albert Oehlen
und Martin Kippenberger zu den sog. „Neuen“ oder
„Jungen Wilden“, die sich von der Konzeptkunst
abwendeten und die „Rückkehr zur Malerei“ propagierten.    
1981 hatte er seine erste Einzelausstellung,
in der Galerie Max Hetzler in Stuttgart. Büttner
arbeitete als Autor für die Musikzeitschrift „Sounds“
und nahm 1982 an mehreren Gruppenausstellungen
teil, die der neuen deutschen Malerei gewidmet waren:
„Zeitgeist“ in Berlin, „12 Künstler aus Deutschland“
in Basel und „Die junge Malerei in Deutschland“ in
Bologna. Seit den 1980ern ist Büttner Dozent und seit
1989 Professor an der Hochschule für Bildende Künste in
Hamburg, wo er Malerei unterrichtet (u.a. studierte

Daniel Richter bei ihm) und sich in der Hochschulpolitik
engagiert. Seit 1981 hat er Einzelausstellungen,
seit 1979 Gruppenausstellungen im In- und Ausland,
in Übersee und Lateinamerika, und ist in Öffentlichen
Sammlungen vertreten, u.a. in der Hamburger
Kunsthalle und im Kunstmuseum Walter.
Werner Büttner lebt und arbeitet in Geesthacht und
in der Charente.
Der diesjährige Juror des Hans Platschek Preises,
Harald Falckenberg sagt in seiner Begründung:

„Der am 17. März 1954 geborene Künstler und Professor
an der Hamburger Hochschule für Bildende
Künste Werner Büttner gilt als Theoretiker, Texter
und Motor der Gruppe um Georg Herold, Martin
Kippenberger und Albert Oehlen, die Ende der 70er
Hans Platschek Preisträger für Kunst und Schrift 2011
Werner Büttner Jahre ihren anarchisch-absurden Pogo
durch die Gesellschaft begannen mit dem Anspruch,
sich in jede kulturelle Fehlentwicklung kommentierend
einzumischen. Büttner bevorzugt das Fragmentarische,
Aphoristische, die Rätselrede, das kleine, poetische
Dickicht. „Die Koffer der Systeme sind mir zu
schwer“, gesteht er. Mit Hans Platschek traf er sich
Ende der 70er Jahre regelmäßig. Beide, geschickt
mit Pinsel wie im Wort, verband ihr sarkastischer
Humor und barsches Urteil. Die Kunst Werner
Büttners, die in allen Varianten das Prinzip Scheitern
umspielt, ist bis heute richtungsweisend. Er verdient
die Ehrung, nicht zuletzt als kongenialer Kollege
Hans Platscheks.“

 


buettner

 

 

 

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